Informationen zu Medizin, Psychologie, Coaching, Training und Weiterbildung
  • NLP Übungen in Wiesbaden Practitioner Ausbildung

Monats-Archive: Mai 2007

Depressive Erkrankungen nehmen bedenklich zu

Depressionen sind die psychische Erkrankungsform mit den aktuell stärksten Zuwachsraten im Bereich psychischer Erkrankungen. Oft beginnen sie unmerklich, mit ganz „normalen“ Erschöpfungszuständen, leichter Verstimmtheit. Depressionen können jeden Menschen in jedem Lebensalter treffen.

Bei frühzeitiger Erkennung kann die Chronifizierung verhindert werden und es bestehen gute Heilungsmöglichkeiten, sogar bei schweren Verlaufsformen. Speziell wegen der hohen Selbsttötungsrate depressiver Menschen ist es wichtig, diese Erkrankung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In schweren Fällen muss eine stationäre Therapie in Anspruch genommen werden.

So erkennt man eine Depression

• Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, erhöhte Ermüdbarkeit

• dauerhaft gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, auch durch freudige Ereignisse keine Stimmungsaufhellung

• negative und pessimistische Zukunftsperspektiven

• Unfähigkeit, Gefühle zu empfinden (Gefühl der Gefühllosigkeit)

• Ein- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen begleitet von intensivem Grübeln (Grübelzwang

• körperliche Beschwerden, wie Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen

• Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme

• Libidoverlust

• Antriebslosigkeit, Aktivitätseinschränkung und Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

• Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit

• Suizidgedanken

Die gedrückte Stimmung ändert sich von Tag zu Tag wenig, kann aber charakteristische Tagesschwankungen (Morgentief – Abendtief) aufweisen.

So wird eine Depression behandelt

a) medikamentös: Eine Vielzahl von Medikamenten steht zur Behandlung der schweren Formen von Depressionen zur Verfügung. An erster Stelle sind hier die Antidepressiva zu nennen, die auch bei längerer Einnahme nicht abhängig machen. Je nach Präparat stehen unterschiedliche Wirkungen im Vordergrund: Dämpfung im Sinne von Antriebsminderung, Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung.

Antidepressiva sollen die den Depressionen zugrunde liegenden Stoffwechselstörungen im Gehirn positiv beeinflussen. Ein Nachteil besteht darin, dass sie zum Teil verzögert ( bis 3 Wochen) ihre Wirkung entfalten. Antidepressiva in Form von Phasenprophylaktika (Verhinderung von Rückfällen) müssen regelmäßig über Monate bis Jahre eingenommen werden um Rückfälle zu vermeiden.

Schließlich sind noch pflanzliche Präparate aus Johanniskraut zu erwähnen, die jedoch nur in hoch dosierter Form bei leichten depressiven Verstimmungen empfohlen werden.

b) psychotherapeutische Methoden: Tiefenpsychologisch orientierte Verfahren Therapien nehmen unbewältigte traumatische Ereignisse in der Kindheit als Ursache von Depressionen an und versuchen diese aufzuarbeiten. Die Verhaltenstherapie versucht, gemeinsam mit dem Therapeuten konkrete Lösungsmöglichkeiten für die Bewältigung der aktuellen Probleme zu entwickeln und depressive Gedanken (kognitive Umstrukturierung) aufzulösen. Nach akuten Phasen der schweren Depressionen ist eher die Verhaltenstherapie angezeigt, um schnellstmöglich Motivation und Aktivität zu stärken. Auch der Heilpraktiker Psychotherapie kann bei leichten depressiven Erkrankungen Hilfe anbieten.

c) zusätzliche Hilfsmaßnahmen: Bewegung wirkt antidepressiv. Regelmäßiger Sport hilft viel für ein besseres Lebensgefühl. Durch die Bewegung werden körpereigene Botenstoffe ausgeschüttet, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Auch die Unterstützung durch Angehörige ist eine wichtige Sache. Es hilft nicht, den Erkrankten mit Äußerungen wie „Reiß Dich zusammen“ oder „Das wird schon wieder“ anzusprechen. Wichtig ist es jedoch Mut zu machen und Hoffnung auf eine Heilung zu geben. Doch durch die richtige Psychotherapie kann die leichte Form der Depression nachweislich sehr gut behandelt und in vielen Fällen geheilt werden. Ein depressiver Patienten braucht das Gefühl, daß jemand für ihn da ist und Unterstützung bei kleinen alltäglichen Unternehmungen, die aus der Isolation herausführen.

Weitere Informationen zum Thema unter Burn-Out und Depressionen.

Umsatzeinbußen bei mehr als der Hälfte der Ärzte

Die vermehrten Streiks der Ärzte in Deutschland weisen auf eine Problematik hin, die sich in den letzten 20 Jahren schleichend ausgewachsen hat: Die finanzielle Situation der niedergelassenen Ärzte spitzt sich immer mehr zu, da das deutsche Gesundheitssystem mehr und mehr in Finanzengpässe gerät.

Ärzte in Deutschland müssen ihr Einnahmen daher zunehmend außerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit Selbstzahlerleistungen (individuelle Gesundheitsleistungen (Igel) der Patienten erwirtschaften. Denn von den Pflichtkassen stammen nur noch 65 Prozent des Praxis-Umsatzes, obwohl rund 90 Prozent aller Patienten bei der GKV versichert sind. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie “Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2006″ der Stiftung Gesundheit.

Zunehmend steht der Privatpatient im Interesse des niedergelassenen Arztes, da Privatpatienten ca. 20 Prozent zum Ertrag in der Praxis beitragen – weit überproportional, da die Privatversicherten nur rund 10 Prozent der Patienten ausmachen. Drei Prozent der Einnahmen kommen aus gutachterlichen Tätigkeiten und sieben Prozent durch sonstige Tätigkeiten.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz bei 15 Prozent der Niedergelassenen gestiegen, bei 33,7 Prozent gleich geblieben und bei 51,3 Prozent gesunken.

Durchgeführt wurde die Erhebung von der Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse im Auftrag der Stiftung Gesundheit.

Im krassen Gegensatz dazu stehend die gestiegenen Einnahmen bestimmter Fachärzte und der Pharmaindustrie. Hier entsteht der Eindruck, das noch genügend Geld im Deutschen Gesundheitssystem vorhanden ist, jedoch vielfältige Einflussnahmen auf gesundheitspolitischer Ebene zu ungerechten Verteilungen führen, und somit eine sinnvolle medizinische Versorgung in Deutschland immer fraglicher wird.

Urheberrechtliche Hinweise:
Dieser Blog wird auch als RSS Feed angeboten. Es ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht, diesen RSS-Feed in die eigene Internetseite einzubinden oder an anderer Stelle zu veröffentlichen. Dessen ungeachtet, gilt für alle Texte, die in elektronischer Form auf diesen Internetseiten angeboten werden, das Urheberrechtsgesetz (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte). Einzelne Vervielfältigungen, dürfen alleinig zu privatem und sonstigem eigenen Gebrauch angefertigt werden ( § 53 UrhG ). Jede weitere Nutzung und Verbreitung der Texte ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet. Die Entnahme von Teilen meiner Website ist nicht gestattet und wird überprüft. Kopierschutz