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Monatsarchive: April 2008

Psychische Gesundheit ist ein gesellschaftliches Thema

Laut statistischer Erhebungen in Kliniken und Arztpraxen nehmen psychische Erkrankungen in den letzten Jahren weltweit erheblich zu; sind ein Problem aller Altersgruppen und Bevölkerungsschichten und kein Randgruppenthema.

Besonders besorgniserregend ist, daß inzwischen, mit steigender Tendenz, über 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland psychische Auffälligkeiten zeigen, wie z.B. Ängste, Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen, psychosomatische Auffälligkeiten und Störungen des Sozialverhaltens.

Bei den Erwachsenen fördern vor allem schlechte Arbeitsbedingungen die Entstehung psychischer Störungen. Erhöhte Konkurrenz, Ängste vor Arbeitsplatzverlust und steigender Leistungsdruck sind die Hintergründe von Depressionen, Stresserkrankungen, Mobbing und Burn-Out.

Psychische Störungen sind inzwischen laut Statistiken der Krankenkassen der vierthäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit und noch häufiger der Grund für Frühberentungen. Ein Drittel der krankheitsbedingten Fehltage werden durch die gestiegenen psychischen Belastungen verursacht. In mehreren Langzeit-Verlaufsuntersuchungen wurde nachgewiesen, daß direkte Zusammenhänge zwischen psychischen und körperlichen Erkrankungen bestehen, so z.B. hinsichtlich des erhöhten Risikos für koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes..

Besonders tragisch ist, daß nach wie vor psychische Erkrankungen gesamtgesellschaftlich ein Tabuthema sind, entsprechend stigmatisiert, ignoriert und von den Betroffenen aus Scham versteckt werden.

Um gute Bedingungen für psychische Gesundheit und Bewältigungsfähigkeit von Konfliktsituationen (Resilienz) zu schaffen, sowie die Förderung psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, ist die Schaffung eines neuen Bewusstseins hinsichtlich psychischer Leiden als eine zentrale gesellschaftliche Zukunftsaufgabe zu sehen. Psychische Leiden müssen enttabuisiert werden. Auch psychisch kranke Menschen brauchen mit ihren sozialen, körperlichen und seelischen Bedürfnissen im Lebensalltag angemessene Berücksichtigung; Vorurteilen und gesellschaftlicher Ausgrenzung muss entgegen gewirkt werden. Speziell bei Kindern besteht die Verantwortung der Erwachsenen dafür zu sorgen, dass sie besser vor psychischen Erkrankungen geschützt sind, bzw. frühzeitig therapeutisch versorgt werden.

Im Rahmen einer angemessenen sozialpsychologischen Versorgung kommt der Prävention eine besondere Stellung zu, in der, neben den Eltern, auch Erzieher, Lehrer und Arbeitgeber angemessen mit einbezogen werden, um dem Morbiditätsanstieg psychischer Erkrankungen entgegenzuwirken..
Dazu wird es unumgänglich sein, in den Fachausbildungen der Berufsgruppen, die mit Erziehung, Pädagogik und Führung zu tun haben, verstärkt Möglichkeiten zu schulen, psychische Fehlentwicklungen und Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen bzw. ihnen frühzeitig entgegenwirken zu können sowie von Politik und Gesundheitssystem Maßnahmen zur Verbesserung der staatlichen Versorgungssysteme zu schaffen.

Da nicht alles von schulischer bzw. staatlicher Seite aus geregelt werden kann, sollten sich z.B. Eltern, bevor sie sich der Aufgabe einer Kindererziehung stellen, ein psychologisches Basiswissen aneignen, um besser abschätzen zu können, was durch entsprechende erzieherische Verhaltensweisen verhindert bzw. besser gemacht werden kann.

Aber auch jeder Erwachsene ist gut beraten, in sich und seine Problemlösefähigkeiten zu investieren, um tragende Beziehungen privat wie beruflich eingehen zu können, Entschluss- und Entscheidungsfähigkeit zu stärken, sinnvolle Ziele zu erreichen, um ein ressourcenorientiertes Leben zu ermöglichen.

Praxisnahe Möglichkeiten etwas für sich und seine seelische Gesundheit zu tun, bestehen dazu z.B. in Seminaren und Weiterbildungen im Bereich des NLP, in denen gezielt Kommunikations- und Konfliktlösungstechniken vermittelt werden, die Menschen in die Lage versetzen, Methoden zur emotionalen und sozialen Kompetenz zu erlernen. Mit diesen eigenverantwortlich zu leistenden Beiträgen kann jeder das ihm mögliche tun, seelische Hygiene zu beachten und damit seinen Beitrag zur Prävention einzubringen.

Weitere interessante Infomationen zum Thema unter http://www.psychosoziale-lage.de

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