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Monatsarchive: Mai 2008

Spielsucht als Krankheitsgefahr erkennen

Im Bereich der nicht-stoffgebundenen Süchte werden, laut statistischen Erhebungen, in der Bundesrepublik Deutschland ca. 200.000 Menschen als an Spielsucht erkrankt angenommen werden. Die Dunkelziffer wird wesentlich höher eingeschätzt.

Spiel an sich ist ein akzeptiertes und erwünschtes gesellschaftliches Phänomen. Auch für den Erwachsenen eröffnen sich Möglichkeiten durch das Spielen, auf eine gesunde Art, Stress und Aggressionen abzubauen sowie konstruktiven Konkurrenzstrebungen Raum zu geben. Spielen bietet somit die Möglichkeit zu Entspannung und Regeneration.

Glücksspiele haben neben der Motivation des Zeitvertreibs und Freizeitgestaltung zusätzlich einen Aspekt mythischer Ideologien und Rituale. Menschen versuchen jenseits der Rationalität und Realität das Schicksal, den Zufall herauszufordern. Entsprechend der Häufigkeit und Dauer der Teilnahme am Glücksspiel differenziert man zwischen normalem und pathologischem Spielverhalten.

Das pathologische Glücksspielverhalten äußert sich in dem Kontrollverlust nach dem Spielbeginn, d.h. der Betreffende kann nicht aufhören, bis z.B. bei der Spielautomatensucht die Brieftasche leer ist. Weiterhin besteht bei der Spielsucht der immer öfter auftretende unstillbare Zwang, die Spielhandlung immer wieder zu wiederholen, so daß die Lebensführung hierdurch extrem beeinträchtigt ist und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Bezüge führt. Von Internetspielangeboten sowie Spielautomaten geht ein besonders hohes Risiko aus. Wenn das Suchtverhalten nicht möglich ist kommt es zu Entzugserscheinungen wie Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen.

Aus tiefenpsychologischer Sicht wird die Persönlichkeit von Spielsüchtigen als selbstunsicher, stimmungslabil und kontaktgestört beschrieben. Häufig fehlt soziale und zwischenmenschliche Anerkennung.

Die Diagnose pathologischen Glücksspielverhaltens gelingt meist nur durch fremdanamnestische Hinweise unter Berücksichtigung psychosozialer Auffälligkeiten. Häufig ist die Spielsucht mit einer stoffgebundenen Abhängigkeit (Alkohol, Drogen, Medikamente) gekoppelt.

Hilfe, daß eigene Spielverhalten zu testen finden Betroffene auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) http://www.spielen-mit-verantwortung.de.

Weiterhin besteht dort die Möglichkeit zu einer kostenlosen und anonymen online-Beratung für Menschen, die ihre Spielsucht überwinden möchten.

Alkoholkonsum in Deutschland

Der pro Kopf Verbrauch an reinem Alkohol in der Bundesrepublik Deutschland beträgt laut statistischen Erhebungen über 10 Liter reinen Alkohol im Jahr.

Das Risiko aufgrund von Alkoholkonsum gesundheitlich zu erkranken steigt bei Frauen an einem Tageskonsum von über 10 – 20 und bei Männern 20 – 40 Gramm Alkohol pro Tag (die schwankenden Angaben beruhen auf unterschiedlichen Studien).

Ein Beispiel: Bei einer Flasche Wein mit 10% Alkohol hat ein Liter ca. 100 Gramm Alkohol. Demzufolge entspricht das „Viertele“ ca. 25 % Alkohol. Fazit: täglich ein „Viertele“ ist an der Grenze zum Risiko ernsthaft gesundheitlich zu erkranken.

Wenn der pro Kopf Verbrauch über 10 Litern reinem Alkohol in der Bundesrepublik liegt, dann wären das bei 365 Tagen rein rechnerisch pro Tag 27,40 Gramm Alkohol für jeden Deutschen.

Berücksichtigt man, daß in der statistischen Erhebung auch Anti-Alkoholiker bzw. Menschen einbezogen sind, die sehr selten Alkohol trinken, kann man davon ausgehen, daß die Mehrheit der Deutschen durch Alkohol gesundheitlich chronisch gefährdet sind. Hilfe finden Betroffene unter http://www.sucht-und-drogen-hotline.de

Verschärfend zu dem gesundheitlichen Risiko duch erhöhten Konsum von Alkohol kommt noch das Thema Abhängigkeit (Sucht) hinzu. Um weitere Informationen zu erhalten, lesen Sie bitte den Artikel Steigende Zahl von Alkoholerkrankungen in Deutschland

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