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Monatsarchive: Juni 2008

Bore-Out, krank durch Langeweile

Um Mitarbeiter im Rahmen von Umstrukturierungen und Personaleinsparungen zu Kündigungen zu veranlassen, wurde beobachtet, daß bewusst Versetzungen an Arbeitsplätze erfolgten, die eine quantitative und qualitative und Unterforderung darstellen.

Durch fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, fehlende Verantwortung, fehlende Abwechslung und Mangel an direkten Rückmeldungen wird der Mitarbeiter unzufrieden, da er sich mehr und mehr nutzlos fühlt. Das Selbstwertgefühl beginnt zu sinken. Da der Beruf für viele Menschen einen wesentlichen Teil der Identität darstellt, stellen sich vermehrt Zweifel zur eigenen Person ein. Der Mensch erschöpft psychisch mehr und mehr.

Im Rahmen von Studien der Arbeitspsychologie betreffend dieser Mobbingstrategien konnte festgestellt werden, daß bei chronischer Unterforderung krankmachende Entwicklungen, ähnlich wie beim Burn-Out Phänomen durch Überlastungsstress, in diesem Falle durch chronische Langeweile stattfinden. Diese chronische Belastung durch Langeweile am Arbeitsplatz führt zu Desinteresse und wird als Boreout (Bore-Out) Syndrom bezeichnet.

Diese Entwicklung ist auch an Arbeitsplätzen beobachtet worden, bei denen außerhalb eines Mobbinggeschehens, im Rahmen betrieblicher Fehlorganisation, Mitarbeiter durch chronische Unterforderung „ faul“ gemacht werden. Der Mitarbeiter möchte sich engagieren, man läßt ihn aber nicht. Es mangelt an Tätigkeiten, die die Arbeit interessant machen. Klare Ziele, Zielerreichung, Anerkennung und Wertschätzung fehlen.

Da die chronische Unterforderung häufig von den Mitarbeitern, aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren oder unbedeutend zu sein, versteckt wird, entstehen Verhaltensstrategien, die Beschäftigung und Wichtigkeit vortäuschen. Durch diese „Als-Ob-Haltung“ entwickeln Menschen einen Widerwillen gegen ihre Tätigkeit. Der daraus entstehende wirtschaftliche Schaden wird laut Aussagen von Wirtschaftexperten in dreistelliger Millionenhöhe geschätzt.

Diese Mischung aus fehlender Sinnhaftigkeit, chronischer Unzufriedenheit und dem täglichen Selbstbetrug führen häufig zu innerer Kündigung, Alkoholmissbrauch und physischen wie psychischen Erkrankungen. Ähnlich wie beim Burn-Out ist es auch beim Bore-Out Syndrom schwer, für Betroffene aus dem Teufelskreis auszusteigen.

Voraussetzung ist, daß die betroffenen Unternehmen wie auch die betroffenen Mitarbeiter selbst nicht weiter dieses Phänomen verdrängen, sonder sich im Rahmen einer ehrlichen Selbstreflexion dem Thema stellen und Schritte einleiten, der Problematik entgegen zu wirken. Sollte keine sinnvolle Lösung seitens des Unternehmens möglich sein, bleibt nur der Weg des Stellenwechsel als Lösung.

Steuerfragen in der Tätigkeit als Heilpraktiker Psychotherapie

Der Heilpraktiker Psychotherapie gehört lt. Einkommenssteuergesetz Paragraph 18, Absatz 1, Satz 1 zu den so genannten „Katalogberufen“. Dies bedeutet, dass eine freiberufliche Tätigkeit gegeben ist, die keine Gewerbeanmeldung braucht und auch zu keiner Gewerbesteuerpflicht führt, solange nur therapeutisch gearbeitet wird und z.B. keine Waren zusätzlich verkauft werden. Gewerbesteuerpflicht besteht in den Fällen von Verkaufstätigkeit auch nur, wenn der jährliche Gewerbegewinn über 24.000 € liegt. Es ist sinnvoll in diesen Fällen für die verschiedenen Tätigkeitsfelder getrennt Aufzeichnungen zu führen.

Bei Einnahmen aus Fortbildungskursen besteht keine Gewerbesteuerpflicht, da die Kursdurchführung auch als freiberufliche Tätigkeit (Katalogberuf) gewertet wird.

Zu beachten ist, dass bei einer Gewerbesteuerpflicht auch eine Zwangsmitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer gegeben ist.

Hinsichtlich der Einkommenssteuer besteht die Verpflichtung, die neue Tätigkeit zu Beginn dem Finanzamt zu melden, vor allem dann, wenn vorher keine freiberufliche Tätigkeit ausgeübt wurde und somit die Pflicht zur jährlichen Abgabe der Einkommenssteuererklärung nicht gegeben war. In der Einkommenssteuererklärung ist die Anlage GSE auszufüllen.

Der Heilpraktiker Psychotherapie in der reinen therapeutischen Arbeit unterliegt nicht der Umsatzsteuerpflicht (Mehrwertsteuer).

Dies ändert sich, wenn zusätzliche Einnahmen z.B. durch Fortbildungskurse, Warenverkauf, Veröffentlichungen mit einem Jahresumsatz von über 17.500 € gegeben sind. Sind diese nicht therapeutischen Einnahmen jährlich unter 17.500€ kann zur Umsatzsteuerbefreiung optiert werden (Kleinunternehmerregelung nach § 19 Absatz 1 USTG), was auf alle Fälle sinnvoll ist. Nach Überschreiten dieser Grenze im Bereich nicht therapeutischer Einnahmen, muss ab dem Folgejahr eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden (vierteljährlich).

Bei über 50.000 € Umsatz nicht therapeutischer Einnahmen jährlich muss auch im aktuellen Jahr eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden und zwar monatlich. Die Beantragung der Umsatzsteuer muss schriftlich beim Finanzamt erfolgen. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, sich ab dem Zeitpunkt der Umsatzsteuerpflicht (Umsatz aus nichttherapeutischer Tätigkeit jährlich über 17.500 €) an einen Steuerberater zu wenden, der speziell in dem Tätigkeitsfeld des Heilpraktikers Psychotherapie Erfahrung hat..

Vereinfacht heißt dies:
Der Heilpraktiker Psychotherapie ist nur einkommenssteuerpflichtig, solange er auch nur therapeutisch arbeitet; dies kann auch in Form von Gruppen-Psychotherapie geschehen. Sobald die Tätigkeit den therapeutischen Rahmen verlässt, ist zu prüfen, ob andere Steuerarten zusätzlich zu beachten sind. In der Buchhaltung muss diese Abgrenzung dann entsprechend deutlich vorgenommen werden, da sonst die Einnahmen vom Finanzamt zusammengelegt werden, wodurch erhebliche steuerliche Nachteile entstehen. In diesen Fällen sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden.

Buchführung
Für freiberuflich Selbstständige, wozu alle heilend, lehrend und erziehend Tätigen zählen, genügt für die Gewinnermittlung hinsichtlich der Einkommenssteuer die Einnahme-Überschussrechnung. In Form eines Kassenbuches werden die Betriebseinnahmen den Betriebsausgaben gegenübergestellt und so der Jahresgewinn ermittelt, der in die Einkommenssteuer (Anlage GSE der Einkommenssteuererklärung) einfließt. Die Ausgaben- und Einnahmebelege sowie alle Aufzeichnungen müssen dem Kassenbuch beigelegt und für den Fall einer Steuerprüfung 10 Jahren aufbewahrt werden. Steuerberater-Empfehlung.

Seminar: Buchführung und Steuern für Heilpraktiker und Heilpraktiker Psychotherapie

Steuerberatung für psychotherapeutische und heilbringende Berufe – Marta Chalupa

Weitere Informationen zur Praxisgründung und Praxiseröffnung

Unter folgenden Link finden interessierte Leser die wesentlichen gesetzlichen Vorschriften bei der Praxisgründung als Heilpraktiker Psychotherapie.

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