Metaprogramme als innere Ordnungssysteme des Menschen

by info on 29. November 2006

Jeder Mensch orientiert sich in der Welt mittels seiner subjektiven Wahrnehmungs-und Informationsverarbeitungsmuster. Diese gewohnheitsmäßigen, häufig unbewussten Abläufe wurden im NLP klassifiziert und in die sogenannten Meta- Programme unterteilt. Meta- Programme bilden das innere Ordnungs-System eines Menschen, welches darüber entscheidet, welchen Dingen wir im Leben Aufmerksamkeit schenken, was uns motiviert oder abstößt.

Wenn Sie das Meta-Programm, welches Ihr Gegenüber vorzugsweise nutzt, in Ihre Antworten, Fragen, Vorträge und Präsentationen einbeziehen, werden Sie beim Gegenüber mehr Aufmerksamkeit und Interesse wecken, ihn eher überzeugen können, schneller Übereinkünfte herstellen, weil Sie einfach seine gewohnte Art, Informationen aufzunehmen, zu denken und Entscheidungen zu treffen, widerspiegeln.

Zu beachten ist, dass Metaprogramme kontextbezogen sind und in Stress–Situationen sehr deutlich hervortreten. Im folgenden sollen vier grundlegende Metaprogramme dargestellt werden:

1. Das Richtungs-und Gründe-Programm: Suchen bzw. Möglichkeit / Vermeiden bzw. Notwendigkeit

Dieses Programm sagt etwas darüber aus, warum jemand etwas tut.

a) Suchen/ Ausrichtung auf Möglichkeit :

Sucher bewegen sich auf etwas hin, was sie mögen. Diese Personen werden durch ihre Bedürfnisse und ihr Begehren motiviert. Um diese Menschen zu motivieren, braucht man ein Ziel, eine Belohnung oder Anerkennung, die sie anspornt und mit ihren Werten übereinstimmt.

Sucher gehen häufiger Risiken ein, sind kreativ. Menschen, die den Sortiermechanismus nach Möglichkeit haben, machen das, worauf sie Lust haben, sie haben Gründe, etwas zu tun, sie sehen neue Möglichkeiten, Alternativen und suchen gerne nach Neuem, was sie anregt. Über Pflicht und Verantwortung sind sie schlecht zu motivieren.


b) Vermeiden / Ausrichtung auf Notwendigkeit:

Diese Personen sind oft am stärksten von ihren Ängsten und Befürchtungen motiviert, sodaß man ihnen etwas besonders Schlimmes angeben muss, was sie dann durch ihr Handeln vermeiden können. Vermeider schieben häufig Erledigungen bis zur letzten Minute auf, haben Ausharrungsvermögen und orientieren sich nach Verpflichtung und Verantwortung.

Das Leben ist für diese Personen eine Routine, es gibt keine Möglichkeit der Wahl. Diese Menschen können in schwierigen, unvorhergesehenen Situationen leicht in eine Sackgasse geraten, da es für sie in ihrem limitierten Weltmodell keine anderen Wege gibt.

c) Suchen und Vermeiden gleichwertig / Ausrichtung auf Notwendigkeit und Möglichkeit gleichwertig:

Dieser Typus ist gleichermaßen von dem motiviert, was er erreichen will wie von dem, was er zu vermeiden trachtet. Er will das Bewährte behalten, aber auch Neues hinzugewinnen. Er kennt die Probleme kann gut mit ihnen umgehen und ist immer auch auf der Suche nach Alternativen.

2. Das Programm Referenzrahmen: Innenorientierung/ Außenorientierung

Der Referenzrahmen hat etwas damit zu tun, wie die Menschen zu ihrer inneren Überzeugung gelangen. Wissen sie es selbst oder brauchen sie Ratschläge und Empfehlungen von anderen ?

a) Referenzrahmen Intern:

Eine Person mit internem Referenzrahmen weiß von sich aus, wann sie gut ist und wann nicht und was für sie gut ist und was nicht. Sie läßt sich zwar von außen informieren, entscheidet aber dann selbst. Sie rebelliert sofort, wenn jemand versucht, für sie zu entscheiden.

b) Referenzrahmen Extern:

Eine Person mit externem Referenzrahmen will wissen, was andere Personen über sie denken und was andere in vergleichbaren Situationen tun würden. Diese Menschen sind im Regelfall leicht zu führen, sie brauchen allerdings, um in der Balance zu bleiben, viel Lob und Unterstützung. Diese Personen haben es gerne, wenn andere für sie entscheiden. Sie benötigen externe Standards und Feedback, um zu wissen, ob das, was sie tun, richtig oder falsch ist.

c) Referenzrahmen balanciert:

Jemand, der balanciert ist, hat ein inneres Wissen und eine äußere Überprüfung und danach wieder ein inneres Wissen. Er ist in der Lage, etwas selbständig zu beurteilen, kann aber auch anderen zuhören und dies in sein inneres Schema integrieren.

3. Das Informationsverarbeitungs-Programm: Detail / Überblick

Diese Programm zeigt an, wie Menschen Informationen, die sie bekommen, am besten verarbeiten können. Entweder brauchen sie erst Details, und danach den Überblick oder umgekehrt.


a) Informationsverarbeitungsprogramm Überblick:

Solche Menschen brauchen zunächst den Überblick, die große Linie, da sie sehr leicht den Kontext verstehen, in dem eine Idee oder ein Projekt eingebunden ist. Zuviel Details zum falschen Zeitpunkt langweilen sie.

Sie können sich für die Detailarbeit nur über die Kenntnis und Bewusstmachung der großen Zusammenhänge motivieren.

b) Informationsverarbeitungsprogramm Detail:

Diese Menschen können sich keine Vorstellung von einem Sachverhalt oder einer Vorgehensweise machen, wenn sie diese nicht aus Details Schritt für Schritt aufbauen können. Diese Menschen kann man in ihrer Verarbeitung unterstützen, indem ihnen schriftliches Infomaterial an die Hand gibt, worin sie sich vertiefen können. Diese Vorgehensweise gibt ihnen die nötige Sicherheit.

c) Überblick / Detail balanciert:

Vor allem in Stress-Situationen neigt auch der balancierte Typ zu einseitigen Tendenzen. Wichtig ist dann, zu erkennen, in welcher Verarbeitungsebene der Gegenüber „festhängt“.

4. Das Beziehungsprogramm: Gleichheit / Unterschied

Dieses Programm wird auch „ Übereinstimmung/ Nicht- Übereinstimmung“ genannt, was darauf hinweist, dass es um den Prozess geht, wie Menschen etwas Neues verstehen und in ihre interne Wahrnehmung einsortieren.

Manche Menschen brauchen Ähnlichkeiten bzw. Gleichheit, um etwas zu verstehen. Sie fragen sich innerlich: „ Was haben bestimmte Geschehnisse oder Dinge gemeinsam ?“ oder „ Kommt mir das bekannt vor?“.

Eine andere Gruppe Menschen achtet zunächst auf die Unterschiede, um etwas Neues zu begreifen. Sie suchen zunächst nach Punkten, mit denen sie nicht übereinstimmen und fragen sich innerlich: „ Was ist anders als das, was ich kenne?“

a) Beziehungsprogramm Gleichheit :

Diese Menschen sehen überwiegend Gleiches, d.h. es gibt in ihrem Weltmodell nichts wirklich Neues. Sie sind über viele Jahre im selben Beruf und tendieren eher zum Bewährten, Bestehenden. Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen möchten sie möglichst wenig ändern. Die Herausforderung hinsichtlich Neuem, Unbekanntem löst eher Unwilligkeit aus.

b) Beziehungsprogramm Unterschied :

Diese Menschen sehen überwiegend Unterschiede, weniger die Strukturen und Gesetzmäßigkeiten. Sie können in jeder Situation sofort sagen, was für sie nicht stimmt, was nicht kongruent ist. Sie versuchen in ihrem Leben ständig Veränderung zu realisieren. Sie suchen nach Abwechslung in ihrem beruflichen und privaten Umfeld.

c) Beziehungsprogramm Gleichheit und Unterschied balanciert:

Diese Menschen bewegen sich auf einem Kontinuum von Tendenz zur Gleichheit bis hin zu den Unterschieden. Ihr Bedürfnis nach Stetigkeit und Veränderung ist einigermaßen balanciert. Wichtig ist hier die situationsabhängige Bevorzugung eines Programms zu erkennen und zu nutzen.

Das Institut für Kommunikation und Gesundheit von DVNLP-Lehrtrainer Bernhard Tille bietet im Rhein-Main Gebiet seit 1994 jählich beginnende NLP-Ausbildungen an. Weitere Infos finden Interessierte unter NLP kennenlernen.

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