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Arbeitsplatz

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Generell ist eine Zunahme der Arbeitsunfähigkeit durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu verzeichnen.

Die Bundespsychotherapeutenkammer meldet, dass inzwischen über 10% der krankheitsbedingten Fehltage auf psychische Erkrankungen zurück gehen. Hier weiterlesen

Bore-Out, krank durch Langeweile

Um Mitarbeiter im Rahmen von Umstrukturierungen und Personaleinsparungen zu Kündigungen zu veranlassen, wurde beobachtet, daß bewusst Versetzungen an Arbeitsplätze erfolgten, die eine quantitative und qualitative und Unterforderung darstellen.

Durch fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, fehlende Verantwortung, fehlende Abwechslung und Mangel an direkten Rückmeldungen wird der Mitarbeiter unzufrieden, da er sich mehr und mehr nutzlos fühlt. Das Selbstwertgefühl beginnt zu sinken. Da der Beruf für viele Menschen einen wesentlichen Teil der Identität darstellt, stellen sich vermehrt Zweifel zur eigenen Person ein. Der Mensch erschöpft psychisch mehr und mehr.

Im Rahmen von Studien der Arbeitspsychologie betreffend dieser Mobbingstrategien konnte festgestellt werden, daß bei chronischer Unterforderung krankmachende Entwicklungen, ähnlich wie beim Burn-Out Phänomen durch Überlastungsstress, in diesem Falle durch chronische Langeweile stattfinden. Diese chronische Belastung durch Langeweile am Arbeitsplatz führt zu Desinteresse und wird als Boreout (Bore-Out) Syndrom bezeichnet.

Diese Entwicklung ist auch an Arbeitsplätzen beobachtet worden, bei denen außerhalb eines Mobbinggeschehens, im Rahmen betrieblicher Fehlorganisation, Mitarbeiter durch chronische Unterforderung „ faul“ gemacht werden. Der Mitarbeiter möchte sich engagieren, man läßt ihn aber nicht. Es mangelt an Tätigkeiten, die die Arbeit interessant machen. Klare Ziele, Zielerreichung, Anerkennung und Wertschätzung fehlen.

Da die chronische Unterforderung häufig von den Mitarbeitern, aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren oder unbedeutend zu sein, versteckt wird, entstehen Verhaltensstrategien, die Beschäftigung und Wichtigkeit vortäuschen. Durch diese „Als-Ob-Haltung“ entwickeln Menschen einen Widerwillen gegen ihre Tätigkeit. Der daraus entstehende wirtschaftliche Schaden wird laut Aussagen von Wirtschaftexperten in dreistelliger Millionenhöhe geschätzt.

Diese Mischung aus fehlender Sinnhaftigkeit, chronischer Unzufriedenheit und dem täglichen Selbstbetrug führen häufig zu innerer Kündigung, Alkoholmissbrauch und physischen wie psychischen Erkrankungen. Ähnlich wie beim Burn-Out ist es auch beim Bore-Out Syndrom schwer, für Betroffene aus dem Teufelskreis auszusteigen.

Voraussetzung ist, daß die betroffenen Unternehmen wie auch die betroffenen Mitarbeiter selbst nicht weiter dieses Phänomen verdrängen, sonder sich im Rahmen einer ehrlichen Selbstreflexion dem Thema stellen und Schritte einleiten, der Problematik entgegen zu wirken. Sollte keine sinnvolle Lösung seitens des Unternehmens möglich sein, bleibt nur der Weg des Stellenwechsel als Lösung.

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