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Beziehungskonflikte lösen

Früher war die Form der Beziehungsgestaltung in Europa weitgehendst von kirchlichen und staatlichen Moralvorstellungen geprägt. Viele Menschen unterwarfen sich diesen Vorgaben…oder akzeptierten, gesellschaftlich ein Leben als Aussenseiter zu führen.

In der heutigen Zeit sind diese früherer Vorgaben betreffend Beziehungsgestaltung für Viele nicht mehr attraktiv. Jeder ist aufgerufen, seine Beziehungsgestaltung eigenverantwortlich in die Hände zu nehmen. Allerdings fühlen sich damit die meisten Menschen überfordert. Ehen, Beziehungen, Lebensgemeinschaften werden aktuell laut Statistik immmer früher/schneller auch wieder beendet, meist mit großem Leid für alle Betroffenen. Die Singlehaushalte nehmen zu, Familien scheinen für Viele eine schlechte  bzw. riskante Alternative zu sein.

Schon immer war die Entscheidung zwischen Autonomie und Hingabe (siehe Fritz Riemann: Grundformen der Angst) kein leichtes Thema. Basierend auf meinen Erfahrungen in der Paar- und Familientherapien möchte ich in diesem Artikel folgender Frage Raum geben: Inwieweit sind Kommunikation und emotionale Kompetenz Voraussetzung, damit Beziehung gelingen kann?

Anziehung zu einem Gegenüber, speziell in der Liebesbeziehung, folgt in der Regel hauptsächlich unbewussten (animalischen) Impulsen wie z.B. Geruch, energetischer Ausstrahlung, Vitälität, Körperwahrnehmung. Hinzu kommen die kognitiven Prozesse, z.B. welche Annahmen leite ich aus meinen Wahrnehmungen zum Gegenüber ab, was erhoffe ich mir, durch ihn zu bekommen. Dabei vergessen Viele, dass auch der Gegenüber ein Recht auf seine eigene Wirklichkeit hat; seinen eigenen Werteprioritäten, Lebenseinstellungen, Bevorzugungen von bestimmten Verhaltensweisen Vorrang geben darf.

Die hohe Trennungsziffer heute kommt oft daher, dass zuviel Erwartung in den Gegenüber gesetzt und eigene Verantwortung abgegeben wird. Ein häufiger Vorwurf bei Paarkonflikten ist:“ Wenn Du so (bzw. nicht so)…..wärst, dann wäre doch alles gut”. Projektionen sind dann meist die Folge: Das, was ich in meinem eigenen Leben nicht hinkriege, werfe ich dem Anderen vor. Kein Wunder, dass Beziehung dann misslingt.

Vor allem, wenn man sich bewusst macht, dass Beziehung aufgrund der natürlichen Gewöhnungstendenz des Menschen sowieso im Laufe der Zeit auseinander driftet. Was gestern am Anderen noch als interessant wahrgenommen wurde, wird langweilig, uninteressant oder sogar nervig.

Um eine Beziehung dauerhaft so aufrecht zu erhalten, dass beide Beteiligte davon etwas haben, bedarf es der kontinuierlichen Arbeit an der Beziehung. Kommunikative Fähigkeiten sind hier genauso gefragt wie emotionale Kompetenz, um Spielregeln für die Beziehung zu klären. Toleranz sowie Vertrauen brauchen den Hintergrund gemeinsamer Haltungen und Berechenbarkeiten, und diese müssen besprochen und vereinbart werden.

Paare, die erfolgreich viele Jahre zusammengelebt haben können bestätigen: Jeder gelöste Konflikt macht die Beziehung stabiler. Verdrängung, Projektion und Rechthaberei wirken auf Dauer beziehungszerstörend.

Das Erreichen von tragfähigen Lösungen durch gute Kommunikation hilft Paaren, persönliche Unterschiedlichkeiten bestmöglich zum gemeinsamen Wohl zu verbinden.

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