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Liebevolle Abgrenzung bringt Klarheit in Beziehungen

Jeder Mensch hat von Natur aus die Fähigkeit zu unterscheiden, was eigene und fremde Themen/Aufgabenstellungen/Probleme/Lasten sind. Im Laufe der Erziehung wird dies jedoch häufig abtrainiert/aberzogen, in dem wir Verantwortung zugeschoben bekommen, z.B. für jüngere Geschwister, die Lebensprobleme eines Elternteils („Du bist schuld, daß….) etc. Viele hoffen, durch die Übernahme fremder Schicksalslast auf mehr Liebe und Zuwendung, leider in der Regel ohne Erfolg.

So verlernen Viele, sich auf eine gute Art und Weise abzugrenzen und gewöhnen sich an, die Lasten Anderer durchs Leben zu tragen. Irgendwann wundern sie sich, daß ihr Leben sich immer schwerer anfühlt.

Wenn dies auch bei Ihnen der Fall sein sollte, wird es erforderlich sein, wieder zu lernen sich auf eine gute Art abgrenzen zu lernen. Abgrenzung in diesem Sinne heißt nicht, sich rücksichtslos oder gleichgültig zu verhalten, sondern auf eine liebevolle Art auf sich selbst zu achten. Sie können nicht alle Probleme lösen, die es auf der Welt gibt. Jeder Mensch hat seine persönlichen bewältigbaren Themenstellungen im Leben und sollte seine Energie dafür einsetzen, diese zu bewältigen. Warum sollten Sie sich also mit unlösbaren Problemen (speziell denen anderer Menschen) belasten.

Alle müssen hinsichtlich der Verwendung ihrer Zeit und ihrer Mittel eine Auswahl treffen, da Zeit und Energie jedem Menschen nur begrenzt zur Verfügung steht. Jeder hat daher das Recht auszuwählen, welche Probleme anderer Menschen er für eine gewisse Zeit mittragen möchte und welche nicht. Wenn Sie das nicht beherzigen, werden viele schwer Beladenen versuchen, ihre Last, ohne Rücksicht auf Ihre Kräfte, bei Ihnen abzuladen.

In der Regel können wir die Probleme von Anderen, wenn überhaupt, auch nur begrenzt lösen, weil jeder seine Verantwortung auf dem Lebensweg selbst tragen muss. So wird es z.B. wenig helfen, die Zahnschmerzen, die ein Anderer hat, stellvertretend für ihn zu übernehmen. Der primär Betroffene muss zum Zahnarzt, das ist einleuchtend.

Ein weiteres Beispiel ist in der Co-Abhängigkeit wichtiger Bezugspersonen von Abhängigen. Eine paradoxe Wirkung ist hier die Regel: die Bezugsperson stabilisiert die Abhängigkeit des Suchtkranken durch zu geringe Abgrenzug.

Weiterhin ist Folgendes zu beachten: Wenn man mit seinen Handlungen effiziente Ergebnisse erreichen will, sollte man die Aufgaben, für die man bereit ist Verantwortung zu übernehmen entsprechend der eigenen Stärken auswählen können. Sich für fremde Interessen in Bereichen zu engagieren, die einem selbst gar nicht liegen, hat nur geringe Aussicht auf Erfolg.

Alle Menschen, die zu schnell ja sagen, sollten sich Folgendes verdeutlichen: Jedes „Ja“ braucht auch die Möglichkeit des „Neins“ sonst besteht immer der Verdacht der Unehrlichkeit. Jemand Anderen wertzuschätzen heißt auch, ihn in manchen Fällen mit einem „Nein“ zu konfrontieren.

Wertschätzende Abgrenzung achtet den Gegenüber hinsichtlich seiner eigenen Verantwortlichkeit und Problemlösefähigkeit. Wenn z.B. in der Erziehung durch einen Elternteil gegenüber dem Kind zumutbare Anliegen vom Erwachsenen übernommen werden, wird dies neben einer passiven Grundhaltung zu geringer Problemlösefähigkeit und somit zu geringem Selbstwert führen; und dies gilt auch für Erwachsene.