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Depressive Erkrankungen nehmen bedenklich zu

Depressionen sind die psychische Erkrankungsform mit den aktuell stärksten Zuwachsraten im Bereich psychischer Erkrankungen. Oft beginnen sie unmerklich, mit ganz „normalen“ Erschöpfungszuständen, leichter Verstimmtheit. Depressionen können jeden Menschen in jedem Lebensalter treffen.

Bei frühzeitiger Erkennung kann die Chronifizierung verhindert werden und es bestehen gute Heilungsmöglichkeiten, sogar bei schweren Verlaufsformen. Speziell wegen der hohen Selbsttötungsrate depressiver Menschen ist es wichtig, diese Erkrankung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In schweren Fällen muss eine stationäre Therapie in Anspruch genommen werden.

So erkennt man eine Depression

• Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, erhöhte Ermüdbarkeit

• dauerhaft gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, auch durch freudige Ereignisse keine Stimmungsaufhellung

• negative und pessimistische Zukunftsperspektiven

• Unfähigkeit, Gefühle zu empfinden (Gefühl der Gefühllosigkeit)

• Ein- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen begleitet von intensivem Grübeln (Grübelzwang

• körperliche Beschwerden, wie Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen

• Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme

• Libidoverlust

• Antriebslosigkeit, Aktivitätseinschränkung und Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

• Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit

• Suizidgedanken

Die gedrückte Stimmung ändert sich von Tag zu Tag wenig, kann aber charakteristische Tagesschwankungen (Morgentief – Abendtief) aufweisen.

So wird eine Depression behandelt

a) medikamentös: Eine Vielzahl von Medikamenten steht zur Behandlung der schweren Formen von Depressionen zur Verfügung. An erster Stelle sind hier die Antidepressiva zu nennen, die auch bei längerer Einnahme nicht abhängig machen. Je nach Präparat stehen unterschiedliche Wirkungen im Vordergrund: Dämpfung im Sinne von Antriebsminderung, Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung.

Antidepressiva sollen die den Depressionen zugrunde liegenden Stoffwechselstörungen im Gehirn positiv beeinflussen. Ein Nachteil besteht darin, dass sie zum Teil verzögert ( bis 3 Wochen) ihre Wirkung entfalten. Antidepressiva in Form von Phasenprophylaktika (Verhinderung von Rückfällen) müssen regelmäßig über Monate bis Jahre eingenommen werden um Rückfälle zu vermeiden.

Schließlich sind noch pflanzliche Präparate aus Johanniskraut zu erwähnen, die jedoch nur in hoch dosierter Form bei leichten depressiven Verstimmungen empfohlen werden.

b) psychotherapeutische Methoden: Tiefenpsychologisch orientierte Verfahren Therapien nehmen unbewältigte traumatische Ereignisse in der Kindheit als Ursache von Depressionen an und versuchen diese aufzuarbeiten. Die Verhaltenstherapie versucht, gemeinsam mit dem Therapeuten konkrete Lösungsmöglichkeiten für die Bewältigung der aktuellen Probleme zu entwickeln und depressive Gedanken (kognitive Umstrukturierung) aufzulösen. Nach akuten Phasen der schweren Depressionen ist eher die Verhaltenstherapie angezeigt, um schnellstmöglich Motivation und Aktivität zu stärken. Auch der Heilpraktiker Psychotherapie kann bei leichten depressiven Erkrankungen Hilfe anbieten.

c) zusätzliche Hilfsmaßnahmen: Bewegung wirkt antidepressiv. Regelmäßiger Sport hilft viel für ein besseres Lebensgefühl. Durch die Bewegung werden körpereigene Botenstoffe ausgeschüttet, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Auch die Unterstützung durch Angehörige ist eine wichtige Sache. Es hilft nicht, den Erkrankten mit Äußerungen wie „Reiß Dich zusammen“ oder „Das wird schon wieder“ anzusprechen. Wichtig ist es jedoch Mut zu machen und Hoffnung auf eine Heilung zu geben. Doch durch die richtige Psychotherapie kann die leichte Form der Depression nachweislich sehr gut behandelt und in vielen Fällen geheilt werden. Ein depressiver Patienten braucht das Gefühl, daß jemand für ihn da ist und Unterstützung bei kleinen alltäglichen Unternehmungen, die aus der Isolation herausführen.

Weitere Informationen zum Thema unter Burn-Out und Depressionen.