Informationen zu Medizin, Psychologie, Coaching, Training und Weiterbildung
  • NLP Übungen in Wiesbaden Practitioner Ausbildung

Empathie und Distanz in der Beratung

Empathie ist die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich in die Einstellung anderer Menschen einzufühlen (Duden). Es geht darum, die Gedanken und Gefühle einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen, was diesen zugrunde liegt.
Empathie schafft also Vertrauen, enthält aber auch die Gefahr, vereinnahmt zu werden. Es ist daher notwendig, ein Gleichgewicht von Nähe und Distanz zu wahren. Beide Verhaltensweisen gehören zusammen, wie die 2 Seiten einer Münze oder wie der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Beides sollte ausgewogen sein, wichtig ist es, zu entscheiden, wann welche Verhaltensqualität im Vordergrund steht.

In allen sozial-beratenden Berufen ist die eigene Persönlichkeit das wichtigste Instrument; da die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zugleich die Grenzen unseres Denkens und Handelns sind.

In der Ausbildung von Beratern werden diese emotionalen Hintergründe leider zu wenig berücksichtigt. In der Psychotherapieausbildung hingegen wird wohlweißlich sehr viel Wert auf eine gesunde Abgrenzung gelegt, da bekannt ist, dass subjektive Involviertheit dem therapeutischen Prozess und dem Patienten (Klienten) schadet.

Das Gefühl, welches ein Patient beim Behandler auslöst wird mit dem Begriff der Gegenübertragung bezeichnet und ist ausdrücklich Gegenstand der beruflichen Supervision.

Da der Berater nur themenbezogen und zeitlich befristet für den Kunden (Klienten) da sein kann, ist es wichtig, den Gegenüber möglichst früh zu unterstützen, ein eigenes Selbstmanagementkonzept zu entwickeln und nicht vom Berater persönlich abhängig zu werden und alle Verantwortung auf ihn abzuwälzen. Der Berater ist eben nicht die Übermutter/der Übervater.

Überengagement in der Beratung hemmt eher die Veränderungsprozesse, da dem Beratenen nach und nach sein Selbstwertgefühl schwinden kann.

Folgende Motive sind mögliche Gründe für Überengagement des Beraters:

• Unfähigkeit, eigene Gefühle und Bedürfnisse zu äußern
• Schwäche und Hilflosigkeit werden versteckt
• Perfektionismus, übermäßige Bestätigung durch Leistung
• Altruistische Wertmaßstäbe
• Suche nach Anerkennung Geliebt werden (der Gutmensch sein wollen).

Diese Themen sollte der Berater in eigener Supervision klären, um nicht eigene Geschichte mit fremdem Schicksal zu vermischen. In manchen Fällen hilft auch schon eine kollegiale Fallberatung oder ein Coaching-Gespräch. Das gehört üblicherweise zur Professionalität und Qualitätssicherung von Beratern.

Weiterhin ist es wichtig, sich die Unterschiede von Prozessberatung und Fachberatung (Expertenberatung) zu verdeutlichen. In der Fachberatung interveniert der Berater sehr stark auf der Fertigkeits- und Fähigkeitsebene (sagt was richtig und falsch ist).

Wenn der Klient jedoch anders handelt kann die Folge sein, dass

a) der Berater enttäuscht ist

b) der Berater in Selbstzweifel gerät (was habe ich falsch gemacht)

c) den Kunden als beratungsresistent abstempelt. In der Prozessberatung lässt der Berater die
Verantwortung für Veränderungsschritte beim Gegenüber.

Weitere Informationen zu Berater- und Coaching Qualifikationen finden Sie unter NLP Ausbildung

Urheberrechtliche Hinweise:
Dieser Blog wird auch als RSS Feed angeboten. Es ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht, diesen RSS-Feed in die eigene Internetseite einzubinden oder an anderer Stelle zu veröffentlichen. Dessen ungeachtet, gilt für alle Texte, die in elektronischer Form auf diesen Internetseiten angeboten werden, das Urheberrechtsgesetz (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte). Einzelne Vervielfältigungen, dürfen alleinig zu privatem und sonstigem eigenen Gebrauch angefertigt werden ( § 53 UrhG ). Jede weitere Nutzung und Verbreitung der Texte ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet. Die Entnahme von Teilen meiner Website ist nicht gestattet und wird überprüft. Kopierschutz