Informationen zu Medizin, Psychologie, Coaching, Training und Weiterbildung
  • NLP Ãœbungen in Wiesbaden Practitioner Ausbildung

Coaching und Psychotherapie müssen klar abgegrenzt werden

Da die Grenzen zwischen Coaching und Psychotherapie unklar definiert sind, verunsichert dies viele, die im Bereich psychologischer Beratung tätig sind. Das deutsche Heilpraktikergesetz sieht empfindliche Strafen vor, wenn die therapeutische Tätigkeit ohne Therapieberechtigung ausgeübt wird. Der folgende Artikel möchte den Sachverhalt aufklären.

Coaching ist eine Form der Beratung für Personen mit Managementaufgaben (Führungskräfte, Freiberufler) sowie auch in privaten Angelegenheiten der allgemeinen Lebensgestaltung. 

In einer Kombination aus individueller, unterstützender Problembewältigung und persönlicher Beratung und Begleitung hilft der Coach als neutraler Feedbackgeber. Als Prozessberater forciert der Coach die systematische Aufarbeitung von Problemursachen, er unterstützt den Klienten dabei, eigene Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Ein Grundziel des Coachings ist die Hilfe zur Selbsthilfe und die F̦rderung von Verantwortung, Bewusstsein und Selbstreflexionsverm̦gen. Coaching kann helfen, wenn Probleme akut werden (bzw. geworden sind) und nicht Рoder nur schwer Рalleine gel̦st werden k̦nnen. Der Coach ist ein diskreter Berater, unterliegt keinen Interessen Dritter und ist kein Therapeut. Weitere Information finden Sie unter Coaching bei NLP-Trainings Tille.

Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Störungen mit Krankheitswert, dazu zählen unter anderem Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge, Sexualstörungen oder psychosomatische Erkrankungen. Auch werden psychotherapeutische Maßnahmen immer häufiger als Ergänzung zu medizinischer Behandlung eingesetzt, so etwa bei Schmerzzuständen oder schweren körperlichen Erkrankungen z.B. Tumorerkrankungen (Psychoonkologie).

Wörtlich übersetzt bedeutet Psychotherapie „Behandlung der Seele“ bzw. Behandlung von seelischen Problemen. Mit psychologischen Methoden wie psychotherapeutischen Gesprächen, Entspannungsverfahren oder kognitiven Methoden werden Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und therapiert. Psychotherapie ist eine gezielte Behandlung einer psychischen Krankheit.

Ziel der Psychotherapie ist die Linderung bzw. Heilung der Krankheitssymptome. Eine Grundvoraussetzung für psychotherapeutische Behandlung ist die Diagnose einer psychischen Erkrankung sowie die Einsichtsfähigkeit und der Leidensdruck des Patienten.

Abgrenzungsschwierigkeiten: In der Realität sind diese beiden Erscheinungsformen menschlicher Problemkonstellationen nicht immer exakt zu trennen; es existiert eine nebulöse Grauzone; z.B. ist momentane eine Flugangst zwar unangenehm aber etwas durchaus Nachvollziehbares („Normales“). Eine chronische Angsterkrankung in Form einer Phobie vor dem Fliegen jedoch eine Erkrankung lt. der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (F 40).

Genauso schwierig ist die Abgrenzung „schlechter Stimmungslagen“. Handelt es sich und eine Depression oder einfach eine Form mangelnden Selbstwertes, unerfüllter Lebenswünsche, Versagungen des Alltags?

Ähnlich bei Stressphänomenen, Überlastung, Mobbing, Eheproblemen etc. Wann ist eine Reaktion noch „gesund, wann krank? Die Abgrenzung und Klassifikation solcher Phänomene braucht diagnostische Grundkenntnisse und therapeutische Erfahrung.

Einerseits sollte keine Klient vorschnell “pathologisiert” werden, andererseits eine behandlungsbedürftige Symptomatik auch nicht übersehen werden, damit der Betroffene zu einem ausgebildeten Therapeuten weitergeleitet werden kann. Je eher eine professionelle Behandlung beginnen kann, desto einfacher und schneller ist ein therapeutischer Erfolg wahrscheinlich.

Problemstellung:Da in Deutschland therapeutische Tätigkeit nur den staatlich berechtigten Therapeuten (Ärzten, Psychotherapeuten, Heilpraktikern) erlaubt ist, macht sich jeder Bürger strafbar, der gegen das Therapiegesetz verstößt .

Wer, ohne zur Ausübung des ärztlichen Berufs berechtigt zu sein und ohne eine Erlaubnis nach § 1 Heilpraktikergesetz zu besitzen, die Heilkunde ausübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Sogar die Feststellung (Diagnose) einer Erkrankung fällt lt. Gesetzgeber schon in den Bereich therapeutischen Handelns. Unkenntnis schützt auch hier nicht vor Strafe. Um dagegen geschützt zu sein, ist es allen in der psychologischen Beratung Tätigen (z.B. Coaches) anzuraten, die Erlaubnis zu Psychotherapie zu erwerben.

Dies geschieht durch eine staatliche Ãœberprüfung nach dem Heilpraktikergesetz.Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung – Prüfungsvorbereitung auf NLP Trainings Tille.

Auf diese Weise verfügt der Coach über psychopathologische Grundkenntnisse, kann die Gefahren psychischer Symptome besser einordnen und klarer entscheiden, ob Coaching oder Psychotherapie indiziert ist.

Je nach eigenem Ausbildungsstand kann der Coach dann als Heilpraktiker für Psychotherapie anhand der von ihm erstellten Diagnose entscheiden, ob er seinen Klienten selbst psychotherapeutisch weiter behandelt oder bei speziellen Störungsbildern wie z.B. Sucht, psychischem Trauma an einen anderen Psychotherapeuten in diesem Fall Sucht- bzw. Traumatherapeuten weiterleitet.

Autor: Bernhard Tille, DVNLP-Lehrtrainer, Lehrcoach und Lehrtherapeut, Heilpraktiker für Psychotherapie.