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  • NLP Ãœbungen in Wiesbaden Practitioner Ausbildung

Patientengespräche zielgerichtet führen

Die Aufgabe des kompetenten Kommunikators, in diesem Fall speziell für Sie in Ihrer Praxis, besteht darin nachzuprüfen, ob das, was ein Mensch als sprachliche Aussage Ihnen gegenüber tätigt, wirklich die wesentlichen Elemente seiner Erfahrung und Thematik enthält, um die passende Therapie einsetzen zu können.

Sie tun das bereits jeden Tag mit gezielten Fragen zur Anamnese und zum Beschwerdebild des Patienten, d.h. Sie übersetzen das, was er Ihnen erzählt, in eine Information, die Ihnen gestattet, z.B. einen Notfall von einem Routinefall zu unterscheiden.

Die Methode NLP hat ein Kommunikations-Modell entwickelt, um durch gezielte Fragen eine effiziente, gezielte Gesprächsführung zu ermöglichen, die die versteckten, getilgten, verzerrten oder verallgemeinerten Anteile einer Botschaft hervorholt und dem Gegenüber bewußt macht.

Dieses Präzisionsfragemodell (Meta –Modell der Sprache) dient zum einen dazu, dem Patienten noch besser in seinem Weltmodell zu begegnen und somit die therapeutische Beziehung weiter auszubauen, zum anderen gibt es dem Anwender die Möglichkeit, durch Fragen zielgerichtet die Denkprozesse des Gegenüber zu lenken sowie eigene Aussagen zum therapeutischen Vorgehen wirkungsvoll zu platzieren.

Durch Meta-Modell- Fragen wird der Patient dazu gebracht, aus eigener Einsicht die Filterung (Fehlgeformtheit der Sprache = Tilgung, Generalisierung, Verzerrung) aufzugeben und so Einsichten zu gewinnen, die vorher nicht möglich waren.

Im therapeutischen Gespräch wird dieser Prozeß dadurch unterstützt, daß der Patient an der Antwort aktiv beteiligt ist und in eigener Referenz an einer Lösung mitarbeitet, anstatt einen Ratschlag vom Therapeuten zu bekommen, den er hinterher eventuell wieder verwirft.

Spezielles zur Vorgehensweise im therapeutischen Gespräch

1.    Ermitteln Sie das Motiv, das Bedürfnis des Patienten durch erkenntnisfördernde Fragen und aktivem Zuhören. Beteiligen Sie ihn dadurch an einer gemeinsamen Lösung.

Beispielfragen:
Wie können wir…….?   Unter welchen Umständen ist……..möglich?
Wie lange, denken Sie….?       Was versprechen Sie sich von…….?
Wann sollte Ihrer Meinung nach….?   Was verstehen Sie unter…..?
Was genau bedeutet für Sie..   .?    Könnten Sie sich vorstellen….?
Was genau müsste passieren, damit…?   Welcher Aspekt sollte…?

Stellen Sie kurze, präzise Fragen und fordern Sie Antworten ein, die die erforderliche Tiefenstruktur der Thematik sicherstellen.

2.    Achten Sie darauf, daß bei dieser Vorgehensweise keine unverbindliche Gesprächsatmosphäre entsteht, in welcher der Patient weitschweifig über seine Probleme erzählen kann (Zeitverlust und Gefahr der Problemverstärkung).

3.    Warum – Fragen sind mit Vorsicht zu verwenden, da sie zur Begründungssemantik führen, (endlose Begründungsschleifen), Rechtfertigungsmuster aktivieren, und auf beiden Seiten einen hilflosen, ressourcearmen Zustand auslösen können. Merke: Warum– Fragen sind problemorientiert, Meta-Modell–Fagen lösungsorientiert.

4.    Der Therapeut bestätigt zwischendurch immer wieder den Rapport, indem er die Gefühle des Patienten anerkennt und seine Person respektiert, z.B.: „ Ja, das macht Sinn für mich; ich verstehe Sie „ (psychologische Zustimmung und nonverbale Bestätigung).

5.    Sichern Sie die gemeinsam erarbeiteten Inhalte zwischen durch ab indem Sie paraphrasieren, d.h. Sie wiederholen den Inhalts mit leichter Veränderung:

„Wenn ich Sie richtig verstehe, dann……………….“
„Sind wir uns einig, daß……?
„Darf ich nochmal zusammenfassen…..

Durch die Paraphrase erhalten Sie in der Regel einerseits die Gewissheit, dass beide Gesprächspartner von ähnlichen Inhalten sprechen und natürlich auch bestätigende Zustimmung.

6.    Der Therapeut achtet während des Gespräches sehr aufmerksam auf den Gefühlsausdruck des Gegenüber, da es sich dabei um subtile Mitteilungen des Unbewußten handelt, um Doppelbotschaften (Inkongruenzen) wahrzunehmen.
Inkongruenzen weisen auf tieferliegenden Klärungsbedarf hin und sollten nicht ignoriert werden. Verbalisieren Sie die versteckten Gefühlsanteile in der Aussage des Gegenüber:

„Das hört sich für mich so an, als ob……………….“
„Könnte es sein, daß….?
„Auf mich wirkt….?

Achtung: Bei der Verbalisierung riskieren Sie „Neins“, dies kann unter Umständen die therapeutische Beziehung belasten. Verbalisierung setzt daher guten Rapport voraus.

7.    Fassen Sie in der Abschlussbotschaft unter Verwendung der gesammelten Daten die Erkenntnisse zusammen, die der gemeinsamen Lösung dienen, und vereinbaren Sie die dazu notwendigen und sinnvollen Aktionen (Handlungsimpuls setzen).

Diese Gesprächstechnik läßt sich auch in Mitarbeitergesprächen sehr gut einsetzen und sollte von jedem Praxisinhaber beherrscht werden, um auf schnelle Art konstruktive Lösungen zu erzielen und Konflikteskalationen zu vermeiden. Weitere Infos zum Thema unter NLP-Kommunikationsmodelle.