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Heilpraktiker

Abrechnung Heilpraktiker Psychotherapie entsprechend der Gebührenordnung

Der Heilpraktiker Psychotherapie ist in der Honorarfindung grundsätzlich frei (§ 145, § 611 BGB). Bei Behandlungsbeginn kommt ein Dienstvertrag gem. §§ 611–630 BGB zustande. In der Regel ist der Patient Selbstzahler, da die Pflichtkrankenkassen die Kosten für Heilpraktiker Psychotherapie nicht übernehmen.

Abrechnung von psychotherapeutischen Leistungen mit privaten Krankenkassen.
Voraussetzung ist in der Regel, dass der Patient in seinem Krankenversicherungsvertrag die Übernahme der psychotherapeutischen Leistungen des Heilpraktikers Psychotherapie mit versichert hat. Falls ein Patient die Möglichkeit hat, die Therapiekosten bei seiner privaten Krankenkasse einzureichen, werden maximal die Beträge erstattet, die in der Gebührenordnung für Heilpraktiker aufgeführt sind. Die Gebührenordung für Heilpraktiker datiert aus dem Jahr 1985 und wurde seitdem nicht mehr aktualisiert. Da die Vergütung den wirtschaftlichen Anforderungen der Gegenwart nicht mehr entspricht, sollte im Behandlungsvertrag mit dem Patienten der erhöhte Abrechnungssatz geklärt sein.

In der Gebührenordnung für Heilpraktiker werden unter der Ziffer 19 die psychotherapeutischen Behandlungen ausgeführt. Folgende Ziffern sind bei der Erstattung durch private Krankenkassen zu berücksichtigen.

Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebueH)

19.1 Psychotherapie von halbstündiger Dauer  15,50 – 26,00 €

19.2 Psychotherapie von 50-90 Minuten Dauer 26,00 – 46,00 €

19.3 Ausstellung eines psychodiagnostischen Befundes 15,50 – 38,50 €

19.4 Psychotherapeutisches Gutachten je zweizeiliger Schreibmaschinenseite 15,50 €

19.5 Psychologische Exploration mit eingehender Beratung 15,50 – 46,00 €

19.6 Anwendung und Auswertung von Testverfahren 15,50 – 38,50 €

19.7 Behandlung von Störungen der Sprechorgane je Sitzung 10,50 – 31,00 €

19.8 Behandlung einer Einzelperson durch Hypnose 15,50 – 26,00 €

Alle Informationen (Fortbildungspflicht, Schweigepflicht, Sorgfaltspflicht, Rechnungsstellung, Steuern, Versicherungen etc.) zur Berufsausübung des Heilpraktiker Psychotherapie vermittelt das Institut für Kommunikation und Gesundheit Bernhard Tille in der Weiterbildung Psychotherapie für Heilpraktiker Psychotherapie.

Versicherungsaspekte für Heilpraktiker Psychotherapie

Nach bestandener Ausbildung zum Heilpraktiker Psychotherapie ergeben sich vielgestaltige Fragen, so auch die Frage hinsichtlich der versicherungstechnischen Gestaltung der Tätigkeit. Die folgenden Angaben sind als Orientierungshilfe zu verstehen. Es ist empfehlenswert, sich fachlich beraten zu lassen, um optimal versichert zu sein. Folgende Ausführungen sollen als Anregung dienen:

Berufshaftpflichtversicherung
Der freiberuflich Tätige ist in seiner Haftung unbegrenzt. Sie erstreckt sich auf das gesamte Privatvermögen. Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Haftungsschäden ab, die im Rahmen der freiberuflichen Tätigkeit von Patienten oder Teilnehmern gestellt werden. Zu beachten ist, dass die jeweiligen Risikobereiche ausdrücklich im Versicherungsvertrag benannt sein müssen, z.B. psychotherapeutische Tätigkeit ohne Medikamente, Durchführung von Seminaren etc., da sonst Versicherungsausschlüsse im Schadenfall überraschen können.

Betriebshaftpflichtversicherung

Da durch die Berufshaftpflichtversicherung nur der Haftungsfall durch das Ausüben der Tätigkeit selbst abgesichert ist, macht es Sinn, auch die Möglichkeit einer Betriebshaftpflichtversicherung zu erwägen, die Haftungsansprüche in Verbindung mit der Nutzung von Räumen (z.B. Ausrutschen, stolpern über Gegenstände etc.) abdeckt.

Rentenversicherung

Der Heilpraktiker Psychotherapie ist nicht rentenversicherungspflichtig. Er kann der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig beitreten.

Krankenversicherung

Der freiberuflich Tätige hat die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Die freiwillige Versicherung in einer gesetzlichen Krankenversicherung ist i.d.R. ungünstig.
Man sollte abwiegen, ob ein Heilpraktiker jede Zusatzversicherung abschliessen sollte, wenn man sich dafür entschliesst z. Bsp. ein Zahnversicherung abzuschliessen sollte man erst einen Zahnzusatzversicherungsvergleich zu machen, bevor man einen Entschluss trifft.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Erkrankt der Versicherte so schwer, dass eine weitere Berufsausübung auf Dauer unmöglich ist, tritt diese Versicherung ein.

Krankentagegeldversicherung

Bei vorübergehender Erkrankung deckt diese Versicherung Einnahmeausfälle ab.

Berufsgenossenschaft

Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft ist nur bei der Einstellung von geringfügig oder fest angestellten Beschäftigten erforderlich. Der Heilpraktiker selbst muss nicht in der Berufsgenossenschaft angemeldet sein, kann sich jedoch freiwillig dort versichern lassen. Die Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und treten für Unfälle bei der Ausübung der Arbeit sowie Wegeunfällen von und zur Arbeit ein. Die Zugehörigkeit zur Berufsgenossenschaft ist beitragspflichtig.

Das Berufsbild und Arbeitsgebiet des Heilpraktikers für Psychotherapie

Erkrankte Menschen, die Behandlung aufsuchen, bedürfen des besonderen Schutzes. Der Gesetzgeber regelt dies mit der Approbation für Ärzte und Psychologen, aber auch durch das Heilpraktikergesetz, mit dem das Erkennen und Behandeln bestimmter Krankheiten erlaubt wird. Die staatliche Heilerlaubnis wird seit 1994 auch erteilt für das Gebiet der Psychotherapie. Mit dieser eingeschränkten Heilerlaubnis ist es möglich,

eine eigene Praxis als „Heilpraktiker/in für Psychotherapie zu eröffnen und den Titel „Heilpraktiker/in eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie“ zu führen.

Der Titel „Psychotherapeut/in“ steht den nach dem Psychotherapeutengesetz von 1999 alleine den approbierten Ärzten und Psychologen zu. Diese sind grundsätzlich berechtigt, alle Krankheiten zu behandeln. Die Ausübung der Heilkunde dagegen gilt der „Volksgesundheit“ (vgl. Heilpraktikergesetz, 1939), nicht der schweren Erkrankungen. Auf psychiatrischen und psychotherapeutischen Gebiet sind diese schweren Erkrankungen klassisch als exogene (körperlich begründete) und endogene (schwere Geisteserkrankungen) definiert.

Als Heilpraktiker/in ist es gleichwohl nötig, die exogenen und endogenen Krankheiten zu erkennen, um diese nicht fälschlich zu behandeln, sondern an Fachkräfte weiter zu verweisen.

In der amtsärztlichen Überprüfung durch das Gesundheitsamt werden verlangt

• Die Fähigkeit, die psychotherapeutisch heilkundliche von der approbierten medizinischen/psychologischen Tätigkeit abzugrenzen
• psychodiagnostische Fähigkeiten und Wissen über Ursachen psychischer Erkrankun-gen
• ausreichende Kenntnisse über die anerkannten psychotherapeutischen Verfahren sowie über psychisch wirksame Medikamente
• die Befähigung, Patienten entsprechend der Diagnose zu behandeln, Grenzen und Gefahren der Psychotherapie im Einzelfall zu erkennen sowie sicheres Verhalten in Krisensituationen

Die heilkundliche Psychotherapie gilt den psychogenen Störungen (psychische Krisen, Neurosen u.a.), die approbierte Psychotherapie wendet sich neben den psychogenen Störungen auch den weiteren psychischen Erkrankungen (Psychosen u.a.) zu. Eine eindeutige Definition von psychischer Krankheit ist in der Literatur nicht zu finden. Folgende Kriterien werden angegeben (nicht alle sind für eine Diagnose erforderlich):

• Die Person leidet
• verhält sich fehlangepasst
• Verhalten ist von allgemeinen Maßstäben abweichend
• verhält sich irrational
• Verhalten ist unvorhersagbar
• Verhalten ist moralisch inakzeptabel
• Verhalten löst beim Beobachter Unbehagen aus
• Kontrollverlust ist gegeben

Zu beachten: Abnorm bedeutet nicht notwendigerweise krank. Es kann sogar krankhaft sein, sich unter allen Umständen immer „normal“ verhalten zu wollen.

Abweichungen von der Norm

• in „positiver“ Richtung = höchstbegabt, intuitiv
• in „negativer“ Richtung = störend, leidvoll, versagend

Generell stehen im Vordergrund der Betrachtung:

• der Leidensaspekt
• der Versagensaspekt
• der Beziehungsaspekt
• der Verlust der Selbstregulation

Gesund ist der Mensch, dem u. U. auch trotz des Leidensdrucks einer Körperkrankheit und/oder gegen den Normendruck der Gesellschaft sein Leben gelingt (Selbstverwirklichung), der den Forderungen seines Wesens (Echtheit) und der Welt entsprechen und ihre Aufgaben bestehen kann (Adaption, Coping) – einer, der sich im Leben bewährt (Scharfetter, Allg. Psychopathologie).

Krank ist im Selbstverständnis des „Patienten“ und im Urteil seiner Umwelt, wer, aus welchen Gründen auch immer, an sich und der Welt über das landes- oder gruppenübliche Maß hinaus qualitativ und/oder quantitativ leidet, wer mit den gegebenen nicht allzu extremen Verhältnissen bis zu einem lebensbeeinträchtigenden Maß nicht zurechtkommt, wer in Lebens- oder Weltbewährung versagt, wer infolge eines hochgradigen Andersseins nicht in lebendige Verbindung zu anderen Menschen treten kann.

Welche Krankheiten darf der Heilpraktiker Psychotherapie behandeln?
Um erfolgreich Patienten behandeln zu können, ist es neben dem Bestehen der Prüfung, die im wesentlichen eher theoretische Kenntnisse abfragt, zusätzlich erforderlich, eine ausreichende praktische Ausbildung als Heilpraktiker Psychotherapie abzulegen.

Die Selbstvermarktung im Rahmen eines Marketing- und Businessplanes ist für alle Freiberufler von besonderer Bedeutung, so auch für den Heilpraktiker Psychotherapie. Wertvolle Infos finden Interessierte unter Selbstvermarktungsstrategie.

Institut für Bildung und Entwicklung Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung und Seminare.

Depressive Erkrankungen nehmen bedenklich zu

Depressionen sind die psychische Erkrankungsform mit den aktuell stärksten Zuwachsraten im Bereich psychischer Erkrankungen. Oft beginnen sie unmerklich, mit ganz „normalen“ Erschöpfungszuständen, leichter Verstimmtheit. Depressionen können jeden Menschen in jedem Lebensalter treffen.

Bei frühzeitiger Erkennung kann die Chronifizierung verhindert werden und es bestehen gute Heilungsmöglichkeiten, sogar bei schweren Verlaufsformen. Speziell wegen der hohen Selbsttötungsrate depressiver Menschen ist es wichtig, diese Erkrankung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In schweren Fällen muss eine stationäre Therapie in Anspruch genommen werden.

So erkennt man eine Depression

• Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, erhöhte Ermüdbarkeit

• dauerhaft gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, auch durch freudige Ereignisse keine Stimmungsaufhellung

• negative und pessimistische Zukunftsperspektiven

• Unfähigkeit, Gefühle zu empfinden (Gefühl der Gefühllosigkeit)

• Ein- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen begleitet von intensivem Grübeln (Grübelzwang

• körperliche Beschwerden, wie Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen

• Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme

• Libidoverlust

• Antriebslosigkeit, Aktivitätseinschränkung und Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

• Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit

• Suizidgedanken

Die gedrückte Stimmung ändert sich von Tag zu Tag wenig, kann aber charakteristische Tagesschwankungen (Morgentief – Abendtief) aufweisen.

So wird eine Depression behandelt

a) medikamentös: Eine Vielzahl von Medikamenten steht zur Behandlung der schweren Formen von Depressionen zur Verfügung. An erster Stelle sind hier die Antidepressiva zu nennen, die auch bei längerer Einnahme nicht abhängig machen. Je nach Präparat stehen unterschiedliche Wirkungen im Vordergrund: Dämpfung im Sinne von Antriebsminderung, Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung.

Antidepressiva sollen die den Depressionen zugrunde liegenden Stoffwechselstörungen im Gehirn positiv beeinflussen. Ein Nachteil besteht darin, dass sie zum Teil verzögert ( bis 3 Wochen) ihre Wirkung entfalten. Antidepressiva in Form von Phasenprophylaktika (Verhinderung von Rückfällen) müssen regelmäßig über Monate bis Jahre eingenommen werden um Rückfälle zu vermeiden.

Schließlich sind noch pflanzliche Präparate aus Johanniskraut zu erwähnen, die jedoch nur in hoch dosierter Form bei leichten depressiven Verstimmungen empfohlen werden.

b) psychotherapeutische Methoden: Tiefenpsychologisch orientierte Verfahren Therapien nehmen unbewältigte traumatische Ereignisse in der Kindheit als Ursache von Depressionen an und versuchen diese aufzuarbeiten. Die Verhaltenstherapie versucht, gemeinsam mit dem Therapeuten konkrete Lösungsmöglichkeiten für die Bewältigung der aktuellen Probleme zu entwickeln und depressive Gedanken (kognitive Umstrukturierung) aufzulösen. Nach akuten Phasen der schweren Depressionen ist eher die Verhaltenstherapie angezeigt, um schnellstmöglich Motivation und Aktivität zu stärken. Auch der Heilpraktiker Psychotherapie kann bei leichten depressiven Erkrankungen Hilfe anbieten.

c) zusätzliche Hilfsmaßnahmen: Bewegung wirkt antidepressiv. Regelmäßiger Sport hilft viel für ein besseres Lebensgefühl. Durch die Bewegung werden körpereigene Botenstoffe ausgeschüttet, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Auch die Unterstützung durch Angehörige ist eine wichtige Sache. Es hilft nicht, den Erkrankten mit Äußerungen wie „Reiß Dich zusammen“ oder „Das wird schon wieder“ anzusprechen. Wichtig ist es jedoch Mut zu machen und Hoffnung auf eine Heilung zu geben. Doch durch die richtige Psychotherapie kann die leichte Form der Depression nachweislich sehr gut behandelt und in vielen Fällen geheilt werden. Ein depressiver Patienten braucht das Gefühl, daß jemand für ihn da ist und Unterstützung bei kleinen alltäglichen Unternehmungen, die aus der Isolation herausführen.

Weitere Informationen zum Thema unter Burn-Out und Depressionen.